Antisäkulare USA
USA fordert Mitarbeiter auf, sich gegenseitig wegen „antichristlicher Voreingenommenheit“ zu melden.
Ich habe gestern einen schockierenden Artikel in POLITICO von Robbie Gramer und
Nahal Toosi gelesen. Was ist das für ein Staat, der die Säkularität unterdrückt? In meinen Augen theokratisch, jedoch ganz sicher nicht mehr demokratisch. Sind wir in einer heiigen Diktatur des Gottesstaats USA angekommen?
Wenn die Kirche regiert und der Zweifel kriminalisiert wird, dann sind wir mitten im Klerikalfaschismus angekommen.
Die Trump-Regierung hat nun also die Mitarbeiter des Außenministeriums angewiesen, alle Fälle zu melden, in denen Kollegen antichristliche Vorurteile an den Tag legen. Dies geschieht im Rahmen ihrer Bemühungen, eine umfassende neue Durchführungsverordnung zur Unterstützung von Mitarbeitern christlichen Glaubens in der Bundesregierung umzusetzen.
Laut einer Kopie eines internen Telegramms, das POLITICO vorliegt, wird das Ministerium mit einer verwaltungsweiten Task Force zusammenarbeiten, um Informationen über antireligiöse Voreingenommenheit während der letzten Präsidentschaft zu sammeln. Zudem wird es Beispiele für antichristliche Voreingenommenheit anhand anonymer Berichtsformulare der Mitarbeiter sammeln.
Das Telegramm wurde im Namen von Außenminister Marco Rubio an Botschaften weltweit verschickt. Die Anweisungen wurden zudem in einer ministeriumsweiten Mitteilung veröffentlicht.
In dem Dokument heißt es, dass die per Dekret eingesetzte Task Force um den 22. April zusammenkommen werde, um ihre ersten Ergebnisse zu besprechen.
Das Telegramm fordert die Mitarbeiter des Außenministeriums auf, sich gegenseitig über ein Formular zu informieren, das anonym sein kann. Die Berichte sollten so detailliert wie möglich sein und Namen, Daten und Orte (z. B. Post- oder Heimatdienststelle, in der sich der Vorfall ereignet hat) enthalten.
Einige Beamte des Außenministeriums reagierten schockiert und alarmiert auf das Telegramm. Sie sagten, selbst wenn es gut gemeint sei, beruhe es auf der falschen Annahme, das Ministerium hege von vornherein eine antichristliche Voreingenommenheit. Sie warnten, es könne eine Kultur der Angst schaffen, wenn die Regierung ihre Mitarbeiter dazu dränge, einander zu verraten.
Es erinnert sehr an‚Der Report der Magd, sagte ein Beamter des Außenministeriums, dem Anonymität zugestanden wurde, weil es ihm nicht gestattet war, offen über interne Angelegenheiten des Ministeriums zu sprechen.
In den Anweisungen des Ministeriums heißt es, dass Beispiele antichristlicher Voreingenommenheit gesammelt werden, um den Anforderungen der Durchführungsverordnung nachzukommen. Das Ministerium werde jedoch auch Beispiele antireligiöser Voreingenommenheit aller Art für interne Zwecke sammeln.
Obwohl sich die EO auf antichristliche Vorurteile konzentriert, ist es diskriminierend und verstößt gegen die Verfassung und verschiedene Bundesgesetze, wenn jemand aufgrund seines religiösen Glaubens ins Visier genommen wird…
heißt es in der Mitteilung.
Ein Sprecher des Außenministeriums reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.
Mit der im Februar von Trump erlassenen Durchführungsverordnung wurde allen Bundesbehörden die Aufgabe übertragen, antichristliche Vorurteile in der Regierung auszumerzen.
Die Interfaith Alliance, eine NGO für Religionsfreiheit, verurteilte die Verordnung damals mit der Begründung:
Dieses Vorhaben mag den Anschein erwecken, als würde es bestimmte Formen der Stigmatisierung von Christen, insbesondere von Katholiken, bekämpfen. In Wirklichkeit wird damit ein enges Verständnis von Religionsfreiheit als Waffe eingesetzt, um die Diskriminierung marginalisierter Gruppen wie der LGBTQ-Gemeinschaft zu legitimieren.

Wenn der Staat betet statt denkt.
Es gibt Momente, in denen mir nicht der Atem stockt, sondern mein Verstand rebelliert. Wenn sich Staaten als moralische Instanzen inszenieren, während sie jede Form kritischen Denkens systematisch strangulieren, dann verspüre ich weniger Empörung als eine intellektuelle Übelkeit, die mit Appetit nichts mehr zu tun hat.
Man verkündet dort Werte, aber meint Gehorsam. Man spricht von heilig, aber meint unantastbar durch Argumente. Es ist kein Diskurs mehr, es ist ein Monolog aus dem Mittelalter, mit Mikrofonen. Und wehe dem, der fragt, ob der Himmel wirklich Gesetzgeber ist, er wird zum Ketzer erklärt, zur Gefahr für die nationale Identität, als wäre das Nachdenken selbst ein Anschlag. Man nennt diese Staaten Gottesstaaten, doch in Wahrheit sind sie nichts als ideologisch maskierte Machtapparate, die sich hinter sogenannten heiligen Schriften verschanzen, weil ihnen komplett die Argumente fehlen. Der aufgeklärte Diskurs ist dort nicht nur unerwünscht, er ist gefährlich, weil er das Fundament aus Mythen, Dogmen und blindem Gehorsam erschüttert.
Wer Säkularität unterdrückt, fürchtet freien Geist.
Wer Säkularität fürchtet, unterdrückt das Licht.
Denn ein freier Geist stellt Fragen, und Fragen sind tödlich für Systeme, die auf göttlicher Unantastbarkeit beruhen. Deshalb kriminalisieren diese Regime nicht etwa Gewalt oder Ungerechtigkeit, sondern Zweifel. In solchen Staaten darfst du alles sagen – solange es sich mit den religiösen Dogmen deckt. Aber:
- Abweichung? Blasphemie!
- Kritik? Gotteslästerung!
- Rationalität? Subversion!
Was bleibt, ist ein klerikal verwaltetes Vakuum, das sich nur durch Zensur, Einschüchterung und sakrale Inszenierung an der Macht hält. Und ironischerweise nennen sie das dann Wertegemeinschaft. Aber in Wahrheit ist es der Tod jeder geistigen Autonomie. Diese Staaten beten statt zu denken. Sie predigen statt zu begründen. Und sie herrschen nicht, weil sie recht haben – sondern weil sie Angst machen.
Was sich hier an dogmatischer Dumpfheit, autoritärer Frömmigkeit und geistiger Repression zeigt, treibt mein intellektuelles Immunsystem an den Rand des Erbrechens, weit über das hinaus, was mein Magen bewältigen könnte.

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