Eckart von Hirschhausen bekommt Oberhummer Award

Direkt von der Webseite des Oberhummer Awards:

Der mit 20.000 Euro und einem Glas Alpakakot dotierte Heinz Oberhummer Award für „hervorragende Wissenschaftsvermittlung“ wird zum 10. Mal verliehen. Heuer erstmals in der Aula der Universität Graz.

Der Heinz Oberhummer Award soll Menschen anspornen, es Heinz Oberhummer gleich zu tun und ihre Faszination an Wissenschaft mit einem großen (Theater-) Publikum zu teilen. Nicht zuletzt, um dem Zeitalter von Alternative News und der irrationalen Lust an der Apokalypse Wissenschaft und Aufklärung entgegenzusetzen.
Und Humor. Viel besser als Eckart von Hirschhausen kann man das nicht machen.

Im Rahmen der Preisverleihungs-Gala zum 10jährigen Jubiläum des Awards wird Eckart von Hirschhausen gemeinsam mit den Science Busters eine Show spielen. Die Veranstaltung wird auch als Live-Stream im Internet zu sehen sein.

O-TON Eckart von Hirschhausen:

Heinz Oberhummer war ein Genie der Wissenschaftsvermittlung. Ich hatte die Ehre, ihn noch persönlich zu erleben, auf der Bühne, in meiner damaligen Talkshow und hinter den Kulissen. Den Preis, der mit seinem Namen und seinem Lebenswerk verbunden ist, zu erhalten, ist mir eine große Ehre. Und ein Ansporn, weiter Pointen knapp an der Zielgruppe vorbei zu finden, sowas wie: fliegen zwei Photonen durchs Weltall. Sagt die eine zur anderen: der letzte macht das Licht aus!

Martin Puntigam über den diesjährigen Preisträger Eckart von Hirschhausen und erfolgreiche Wissenschaftskommunikation:

Also gut. Mal abgesehen von der Medizin, den sanitären Einrichtungen, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und den allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?
Reg in Das Leben des Brian

Dieses Zitat aus “Das Leben des Brian” kann man ohne Weiteres für Eckart von Hirschhausen remixen:

Mal abgesehen von der Erfindung des medizinischen Kabaretts, Zaubershows, um zu entlarven, wie leicht man Menschen täuschen kann, 30 Jahre Tourneen mit 7 Bühnen-Shows, nahezu unzähligen Fernsehsendungen als Moderator, Autor, Produzent, Darsteller mit Mensch & Maus, TV-Kampagnen, Stiftungsgründungen für gesunde Menschen auf einer gesunden Erde, Millionen verkauften Büchern rund um Glück, Wunder, Liebe & Verdauung und die Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein, was, frage ich euch, hat Eckart von Hirschhausen jemals für die Wissenschaftskommunikation getan?

Mit der Kombination Medizin, Wissenschaftsjournalismus und Komik hat er Mitte der 90er Jahre das Genre des medizinischen Kabaretts erfunden. Und jahrelang die Wissenschaftsredakteurinnen daran erinnert, nicht so langweilige Sendungen zu machen, und die Unterhaltungsredakteurinnen, sich mehr Relevanz zu trauen.
Mit “Hirschhausens Quiz des Menschen“ hat er bewiesen, dass im TV nicht nur gezeigt werden sollte, wie man in Krimis Menschen umbringt, sondern auch, wie man sie wiederbelebt. Nachweislich wurde mehreren Menschen das Leben gerettet, weil Angehörige gesehen hatten, was im Ernstfall zu tun ist.

Mit dem Programm „Wunderheiler“ und dem Buch „Wunder wirken Wunder“ hat er demonstriert, wie viel Magie im Placebo-Effekt liegt, und in der Berliner Waldbühne vor 10.000 Zuschauern live einen Blinddarm durch die Bauchdecke entfernt. Quasi eine Blindstudie mit riesigem Sample.

Und live auf der Bühne ist er ohnehin ein Erlebnis.

Egal ob er zaubert, singt, moderiert oder mit seinem Publikum gemeinsam und lange vor der Pandemie dieHerdenimmunität nachspielt, immer ist er unermüdlich und mit viel Liebe zu den Menschen dabei, um sie zu ermutigen: es ist faszinierend etwas zu wissen, es ist wichtig etwas zu wissen, es ist faszinierend wie wichtig Wissen ist und wie viel wir heute wissen können. Und das sollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen.

Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Schwurblerinnen und Lügnerinnen nicht mehr nur in Telegramgruppen und am Stammtisch groß auftrumpfen, sondern auch in Regierungen und Chefetagen von Konzernen, und durch ihre Gier, Ignoranz und Skrupellosigkeit das Leben von tausenden Menschen aufs Spiel setzen, ist es umso wichtiger, die Fahne von Vernunft, Rationalität und Wissen hochzuhalten.

Auch und vor allem im Angesicht der beginnenden Klimakatastrophe.
Und wenn das mit Humor geschieht, ist die Chance, dass man damit Menschen erreicht, vielleicht ein bisschen größer.


10 Jahre Heinz Oberhummer Award für
Wissenschaftskommunikation

Zum Heinz Oberhummer Award

Die Science Busters vergeben seit 2016 den Heinz Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation gemeinsam mit der Karl Franzens Universität Graz, der Technischen Universität Wien, der Stadt Wien, dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), dem ORF und Radio FM4.

Der Heinz Oberhummer Award ist mit 20.000 Euro dotiert. Als Trophäe gibt es – Heinz Oberhummer war ein großer Alpaka-Verehrer – ein Glas Alpakakot.

Bisherige Preisträger:innen waren

Heinz Oberhummer (* 19. Mai 1941 in Bischofshofen, Salzburg; † 24. November 2015 in Wien) war österreichischer Physiker, außerordentlicher Universitätsprofessor und Gründungsmitglied der Wissenschaftskabarettgruppe „Science Busters“.

Oberhummer war Professor für Theoretische Physik am Atominstitut der Technischen Universität Wien. Sein Hauptforschungsgebiet waren Prozesse der Nukleosynthese, er beschäftigte sich aber auch mit Fragestellungen zur Feinabstimmung der Naturkonstanten. So gelang es ihm zusammen mit Attila Csótó und Helmut Schlattl, quantifizierbare Aussagen herzuleiten, indem die kosmologische Feinabstimmung der grundlegenden Kräfte im Universum bei der Entstehung von Kohlenstoff und Sauerstoff im Drei-Alpha-Prozess in Roten Riesen untersucht wurde.

Ein besonderes Anliegen war Heinz Oberhummer die Popularisierung wissenschaftlicher Inhalte. Sein Enthusiasmus für die Wissenschaft war ebenso legendär wie unterhaltsam. Als Gründungsmitglied der Science Busters bewies er, dass Wissenschaftler nicht nur forschen, sondern Wissenschaft unterhaltsam vermitteln können: im Radio, im Fernsehen, in sozialen Netzwerken, in Büchern und auf der Bühne. Heinz Oberhummer war Physiker, Lehrer, Aufklärer, Autor populärwissenschaftlicher Bücher, Kabarettist und Science Buster. Er zerpflückte genussvoll pseudowissenschaftliche Mythen und esoterische Unwahrheiten und mahnte die Gesellschaft unermüdlich zu kritischem Denken an. Bei alledem verstand er es nicht nur, schwierige Sachverhalte in leicht verständlichen Worten auf den Punkt zu bringen, sondern bestach durch seinen ausgeprägten Humor.

Weitere Infos unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Oberhummer


Rückfragen und Kontakt

René Berto | +43 664 132 61 02 | management@sciencebusters.at


Heinz,
da hat es den richtigen getroffen 🙂

Prof. Heinz Oberhummer und Dr. Andreas Gradert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert