Wir werden die Förderung humanistischer Studierender nicht aufgeben!

An deutschen Hochschulen gibt es zahlreiche konfessionelle Begabtenförderungswerke, die gezielt Studierende mit religiösem Hintergrund unterstützen. Was auf den ersten Blick wie eine gerechte Vielfalt erscheint, zeigt bei genauerem Hinsehen ein deutliches Ungleichgewicht: Weltanschaulich nicht gebundene, humanistisch denkende Studierende bleiben strukturell unterrepräsentiert. Die Giordano-Bruno-Stiftung hat in einem aktuellen Beitrag klargestellt, dass sie sich mit diesem Zustand nicht abfinden will. In Wir werden die Förderung humanistischer Studierender nicht aufgeben bezieht sie Stellung zur Ablehnung ihres Antrags auf ein eigenes humanistisches Begabtenförderungswerk durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung – und kündigt an, den Kampf um gleiche Rechte für säkulare Studierende weiterzuführen.

Dieser Vorstoß ist nicht nur ein weiterer Beleg für das Engagement der Stiftung im Sinne eines säkularen, aufgeklärten Staates. Er ist auch ein wichtiges Signal an alle, die sich für eine weltanschaulich neutrale Bildungslandschaft einsetzen. Wer Chancengleichheit wirklich ernst nimmt, darf nicht länger hinnehmen, dass humanistische Weltanschauungen institutionell kaum gefördert werden, während religiöse Organisationen privilegierten Zugang zu staatlicher Unterstützung genießen.

Herkunft des Artikels

Der Beitrag wurde am 7. Juni 2025 auf der Webseite der Giordano-Bruno-Stiftung veröffentlicht.


Im Mittelpunkt des Artikels steht die Ablehnung eines Förderantrags durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den die Giordano-Bruno-Stiftung gemeinsam mit dem Zentralrat der Konfessionsfreien eingereicht hatte. Ziel war es, ein humanistisches Begabtenförderungswerk zu etablieren – als säkulare Alternative zu den bestehenden konfessionellen Stiftungen wie der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Hanns-Seidel-Stiftung oder der Heinrich-Böll-Stiftung, die teilweise kirchlich orientiert sind. Trotz der sorgfältigen Vorbereitung, prominenter Unterstützung und eines klaren Konzepts wurde der Antrag abgelehnt. Begründung: kein ausreichender Bedarf.

Die Stiftung weist diese Einschätzung entschieden zurück. Die Tatsache, dass rund 42 Prozent der Bevölkerung in Deutschland keiner Religion angehören – bei Studierenden dürfte dieser Anteil noch deutlich höher sein – macht die Behauptung, es gäbe keinen Bedarf, schlicht realitätsfern. Stattdessen zeige die Ablehnung die tiefe institutionelle Schieflage, in der sich das deutsche Bildungswesen in weltanschaulicher Hinsicht befinde.

Dabei geht es der Stiftung nicht um Konfrontation mit religiösen Organisationen, sondern um Chancengleichheit. Religiöse Studierende haben über ihre jeweiligen Förderwerke die Möglichkeit, sich frühzeitig zu vernetzen, ideelle Förderung zu erhalten und ihre Interessen sichtbar zu vertreten. Humanistisch orientierten Studierenden bleibt diese Option verwehrt. Dies sei mit einem säkularen Staat, der sich weltanschaulich neutral verhalten sollte, nicht vereinbar.

Trotz des Rückschlags macht die Giordano-Bruno-Stiftung unmissverständlich klar: Der Einsatz für ein humanistisches Förderwerk wird weitergehen. Die Initiative sei langfristig angelegt, der jetzige Rückschlag eher als Etappe denn als Scheitern zu verstehen. Man werde Gespräche fortsetzen, neue Anläufe planen und insbesondere öffentlichkeitswirksam für die Notwendigkeit einer humanistischen Förderung werben.

Besonders wichtig ist der Stiftung die gesellschaftspolitische Dimension: Humanistische Bildung sei ein Grundpfeiler der Demokratie, denn sie fördert kritisches Denken, wissenschaftliche Rationalität, individuelle Selbstbestimmung und universelle Menschenrechte. Diese Werte müssten nicht nur auf dem Papier, sondern auch institutionell gestärkt und gefördert werden. Dazu gehört eben auch, humanistischen Studierenden eine Plattform, ein Netzwerk und ideelle wie finanzielle Unterstützung zu bieten.

Der Artikel schließt mit einem Appell an Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft: Wer es mit der weltanschaulichen Vielfalt ernst meint, darf säkulare Positionen nicht weiter ignorieren. Die Förderung von Studierenden dürfe sich nicht länger an konfessionellen Linien orientieren, sondern müsse die ganze Breite pluralistischer Weltanschauungen widerspiegeln – nicht zuletzt im Sinne einer lebendigen Demokratie.

Zum Originalartikel:
https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/wir-werden-die-foerderung-humanistischer-studierender-nicht-aufgeben

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