Humanistische Akademie Österreich
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Kaum zu glauben – oder doch völlig erwartbar?
In einem Land wie Österreich, das Bildung über Jahrhunderte hinweg der Kontrolle religiöser Institutionen überlassen hat, sind weltanschaulich neutrale, humanistische Bildungsangebote bis heute weder systematisch erfasst noch zentral sichtbar. Was der Staat als Bildungslandschaft bezeichnet, ist in Wahrheit eine strukturell einseitige Verteilung von Sichtbarkeit, Förderung und institutioneller Macht, mit konfessionellen Einrichtungen im Zentrum und säkularen Alternativen an den Rand gedrängt.
Dass ausgerechnet der Humanistische Verband Österreich nun beginnt, diese Leerstelle zu füllen, ist keine Provokation. Es ist notwendig, überfällig und hat ein klares Ziel: säkulare, humanistische Bildung in ganz Österreich sichtbar, zugänglich und vernetzt zu machen.
Ein zentrales Element dieses Vorhabens ist der Aufbau einer österreichweiten Datenbank, die sämtliche relevanten Lehr- und Veranstaltungsangebote aus dem humanistischen, ethischen, religionskritischen und aufklärerischen Spektrum bündelt. Diese Plattform wird öffentlich zugänglich und nach unterschiedlichen Kriterien durchsuchbar sein, ein Meilenstein für eine pluralistische Bildungslandschaft in Österreich.
Viele Angebote, die auf humanistischen Grundwerten beruhen – von Ethik-Workshops über säkulare Trauerbegleitung bis zu philosophischen Gesprächskreisen – existieren bereits, teils in verschiedenen Regionen, teils im ganzen Land. Doch sie sind oft nur lokal bekannt, schwer auffindbar und organisatorisch voneinander isoliert.
Die neue Datenbank der Humanistischen Akademie Österreich macht diese Vielfalt erstmals systematisch sichtbar und vernetzt bestehende Initiativen miteinander.
Für den Humanistischen Verband Österreich ist es aus mehreren strategischen, kulturellen und bildungspolitischen Gründen zentral, im Rahmen der neuen Humanistischen Akademie Österreich eine umfassende, zugängliche und differenziert durchsuchbare Datenbank aller relevanten Lehr- und Veranstaltungsangebote zu schaffen:
Stimmen der Vernunft: Die Redner:innen des Gründungskonvents
Der feierliche Gründungskonvent der Humanistischen Akademie Österreich am 11. Dezember 2025 wird einige der prägendsten Stimmen des säkularen Denkens und der humanistischen Bildung versammeln. In ihren Redebeiträgen werden sie wissenschaftliche Tiefe mit gesellschaftspolitischer Klarheit verbinden:
- Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Philosoph und ehemaliger Kulturstaatsminister Deutschlands, wird über den Stellenwert humanistischer Bildung in einer demokratischen Gesellschaft sprechen – und erläutern, warum Aufklärung ohne Werteorientierung ins Leere läuft. - Mag.a Shoura Zehetner-Hashemi
Geschäftsführerin bei Amnesty International Österreich, Expertin für Diversität und Menschenrechte, wird die Bedeutung weltanschaulicher Neutralität für echte Chancengleichheit im Bildungssystem betonen. - Prof.in Dr.in Aglaja Przyborski
Sozialforscherin und Erwachsenenbildnerin, wird darüber reflektieren, wie säkulare Bildungspraxis auch jenseits konfessioneller Prägung – gerade im ländlichen Raum – gelingen kann. - DDr. Michael Schmidt-Salomon
Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, wird mit Witz, Schärfe und analytischer Klarheit eine Bildungspolitik einfordern, die sich nicht an Glaubenssätzen, sondern am Menschen orientiert. - Prof. Dr. Mag. Alexander Schmölz, Bakk.
Stiftungsprofessor für digitalen Humanismus und Mitgründer der Akademie, wird die konzeptionellen Leitlinien der Plattform skizzieren und den interdisziplinären Anspruch der Initiative erläutern.
Grußworte:
- Prof. Dr. Michael Lysander Fremuth
wissenschaftlicher Direktor des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Grund- und Menschenrechte und Professor für Grund- und Menschenrechte an der Universität Wien, wissenschaftlicher Leiter des postgradualen Master Programms Human Rights der Universität Wien - Prof. Dr. Christoph Henning
Professor für Philosophie und Humanismus, Universität für Humanismus, Utrecht
Diese Redebeiträge werden deutlich machen: Die Humanistische Akademie ist keine abstrakte Idee – sie ist Ausdruck eines wachsenden zivilgesellschaftlichen Bedürfnisses nach rationaler, freiheitlicher, menschenzentrierter Bildung.
Sichtbarkeit und Vernetzung humanistischer Angebote stärken
Humanistische Bildungs-, Kultur- und Dialogangebote existieren bereits in vielen Regionen Österreichs – von Ethik-Workshops über säkulare Trauerbegleitung bis hin zu Philosophie-Diskussionskreisen. Eine zentrale Plattform sorgt dafür, dass:
- bestehende Angebote besser wahrgenommen werden,
- Überschneidungen vermieden und Synergien geschaffen werden,
- regionale Initiativen sich leichter miteinander vernetzen können.
Humanismus als Bildungsauftrag: ein öffentliches Zeichen für Säkularität
Ein zentrales Anliegen des HVÖ ist Bildung ohne religiöse Voreingenommenheit, zugänglich für alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Die Plattform wird es ermöglichen, Veranstaltungen gezielt zu finden, nach:
- Themen (z. B. Menschenrechte, säkulare Ethik, Religionskritik, Feminismus, Umweltverantwortung),
- Formaten (Vorträge, Seminare, Online-Kurse, Lesungen, Exkursionen, Schulworkshops),
- Regionen (z. B. Steiermark, Wien, Tirol, Kärnten),
- Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senior:innen, Pädagog:innen),
- Anbieterorganisationen (z. B. Humanistische Gemeinschaften, freie Initiativen, Kooperationspartner),
- insbesondere nach dem international anerkannten Bildungsschlüssel ISCED (International Standard Classification of Education).
Letzteres stellt sicher, dass Angebote klar und transparent einem bestimmten Bildungsniveau oder Bildungsbereich zugeordnet werden können – von der Primarbildung über die Sekundarstufe bis hin zur Erwachsenenbildung oder informellen Bildung. Damit erfüllt die Plattform internationale Standards und ermöglicht sowohl Benutzer:innen als auch Förderstellen, zielgerichtet und systematisch nach passenden Angeboten zu suchen.
So wird humanistische Bildung nicht länger als Nischenthema wahrgenommen, sondern als gleichwertiger Teil einer vielfältigen, professionell organisierten Bildungslandschaft, die allen Menschen offensteht – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status.
Mit dieser Initiative macht die Humanistische Akademie deutlich: Humanistische Bildung ist nicht nur notwendig, sondern auch strukturell tragfähig und zukunftsorientiert. Sie bietet Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit – etwa nach globaler Gerechtigkeit, ethischer Technologieentwicklung, sozialer Teilhabe, Meinungsfreiheit oder rationaler Lebensgestaltung.
Die Datenbank wird nicht nur als Serviceplattform dienen, sondern auch als kulturelles und politisches Statement: Für weltanschauliche Vielfalt, für das Recht auf nicht-religiöse Bildung und für eine Gesellschaft, in der säkulare Werte gleichwertig neben religiösen stehen, und nicht im Schatten davon.
Humanismus als gesellschaftliche Kraft in Bildung, Wissenschaft und Kultur verankern
Die Datenbank soll nicht nur ein Service-Tool sein, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Signal: Humanistische Bildung ist mehr als ein Nischenthema. Durch die systematische Erfassung, Bündelung und Sichtbarmachung wird deutlich:
- dass es bereits ein aktives säkulares Bildungsnetz gibt,
- dass dieses Netzwerk strukturell ausbaufähig ist,
- dass humanistische Bildung eine legitime, pluralitätsfördernde Ergänzung zu religiös geprägten Formaten darstellt,
- dass es Kooperationen zwischen verschiedenen Initiativen, Bildungsträgern und Einzelpersonen gibt, mit einer
- qualitativen Vergleichbarkeit und gemeinsamen Standards, mit
- einer fundierten Basis für Anerkennungsverfahren und Förderanträge auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
Ein Schritt in Richtung gesellschaftlicher Emanzipation: Die Humanistische Akademie Österreich versteht sich als offener Raum für alle, die kritisch denken, sich weiterbilden und eine säkulare, menschenfreundliche Gesellschaft mitgestalten wollen. Die Datenbank ist dabei nicht nur ein technisches Werkzeug – sondern ein Bekenntnis zu Freiheit, Aufklärung und Humanität.
In einer Zeit, in der autoritäre Denkweisen, religiöser Absolutismus und Verschwörungsideologien wieder an Boden gewinnen, braucht es klare, zugängliche und strukturierte Gegenangebote: Angebote, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen – nicht die Dogmen.
Strategische Basis für Kooperation, Qualitätssicherung und Förderung
Eine zentrale Übersicht ist essenziell für:
- die systematische Weiterentwicklung von Angeboten (etwa durch Bedarfserhebung),
- die qualitative Verbesserung durch Feedback und interne Evaluation,
- die Koordination mit Partnerinstitutionen, z. B. Schulen, Universitäten, NGOs,
- die rechtliche und politische Anerkennung humanistischer Bildung als Teil öffentlicher Erwachsenenbildung.
Die Akademie lädt ein, sich zu beteiligen:
- als Anbieter:in eigener Veranstaltungen,
- als Teilnehmer:in an Angeboten in der eigenen Region oder online,
- als Multiplikator:in für humanistische Bildung im Alltag.
Denn nur gemeinsam kann aus verstreuten Impulsen eine kraftvolle, humanistische Bildungsbewegung werden – sichtbar, selbstbewusst, zukunftsfähig.
Datengestützte Argumentation für säkulare Bildungsförderung
In Zeiten enger Budgets ist transparente, datengestützte Bildungsplanung ein zentrales Argument gegenüber öffentlichen Stellen. Wer nachweisen kann:
- wie viele Angebote es gibt,
- wie hoch die Nachfrage ist,
- wie breit die inhaltliche Vielfalt ist,
kann fundierter für Förderungen, Kooperationen oder rechtliche Gleichstellung eintreten, etwa im Vergleich zu kirchlich geführten Bildungseinrichtungen.
Impulse für eine pluralistische Gesellschaft setzen
In einem Land, in dem religiöse Bildung jahrzehntelang dominant war, braucht es eine strukturierte, öffentlich sichtbare Alternative, um echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Die Akademie und ihre Datenbank setzen hier ein klares Zeichen: Weltanschauliche Neutralität, ethische Reflexion und kritisches Denken sind kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Die zentrale Lehr- und Veranstaltungsdatenbank der Humanistischen Akademie Österreich ist mehr als ein internes Verwaltungstool. Sie ist:
- eine Sichtbarkeitsmaschine für säkulare Bildung,
- ein Infrastrukturprojekt für gesellschaftlichen Wandel,
- ein politisches Statement für Pluralität, Aufklärung und Menschenwürde,
- und ein praktisches Instrument für alle, die wissen wollen: Wo finde ich in Österreich einen Ort, an dem ich kritisch denken, humanistisch leben und mich frei bilden kann?
Projektteam der Humanistischen Akademie Österreich
Leitung:
- Dr. Mag. Alexander Schmölz, Bakk.
Geschäftsführer des ÖIBF & Stiftungsprofessor für digitalen Humanismus an der FH des BFI Wien - Dr. Andreas Gradert, MSc MA
Präsidium Humanistischer Verband Österreich & Präsident giordano bruno stiftung Österreich
Projektcoachin:g
- Pia‑Zoe Hahne, MSc MA
Researcherin für digitalen Humanismus an der FH des BFI Wien
ProjektTeam der FH des BFI Wien:
- Fabio‑Luca Ziegler
Projektleitung & Webseite - Valea Lagger
Projektleitung Stv. & Bildungsinhalt - Leonie Kiefmann
SharePoint‑Lead & Webseite - Sophie Kauschitz
SharePoint‑Lead Stv. & Gründungsevent - Lorenz Kofler
Projektvideo‑Lead & Marketing / Video - Magdalena Haller
Projektvideo Stv. & Gründungsevent
Presse‑ und Medienanfragen:
- Mag. Franz‑Jakob Purkarthofer
PURKARTHOFER PR
Social Media Profile Humanistische Akademie Österreich









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