Trendstudie Jugend in Deutschland 2025

Was denkt die Jugend von heute?

Die neue Studie Jugend in Deutschland 2025 von Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann zeigt, was junge Menschen wirklich bewegt. Es geht um Werte, Sorgen, Wünsche und ihre Sicht auf die Zukunft und ist ausreichend recherchiert, sie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 2.027 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren.

Drei Faktoren sind in dieser Studie hauptsächlich untersucht worden:

  • Junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren blicken insgesamt wieder optimistischer in ihre persönliche Zukunft. Ihre Zufriedenheit mit Gesundheit, beruflichen Chancen und sozialer Anerkennung ist gestiegen. Die finanzielle Lage bleibt jedoch ein belastender Faktor und bildet weiterhin den schwächsten Bereich der persönlichen Lebenszufriedenheit, mit deutlichen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, während 56 % der befragten Frauen unter Stress leiden, sind es bei den Männern 41 %.
  • Viele junge Menschen sind zunehmend unzufrieden mit der politischen Lage und blicken pessimistisch auf die gesellschaftliche Entwicklung. Sie sehen Probleme bei Wirtschaft, Zusammenhalt und besonders in der Politik. Von der Bundesregierung erwarten sie spürbare Verbesserungen: bezahlbaren Wohnraum, gerechte Bildungschancen, soziale Sicherheit und echte politische Teilhabe, konkrete Schritte hin zu einer lebenswerteren Zukunft.
  • Die Generation ist leistungsbereit und arbeitet engagiert, 81 % der 14- bis 29-jährigen Erwerbstätigen arbeiten in Vollzeit, mehr als in älteren Altersgruppen. Über die Hälfte möchte ihre Arbeitszeit beibehalten, 10 % sogar erhöhen. Hauptantrieb ist finanzielle Sicherheit, daneben zählen Spaß an der Arbeit, das Erreichen von Zielen, Anerkennung und Sinnhaftigkeit. Wichtig sind auch die Rahmenbedingungen: Junge Menschen legen großen Wert auf eine gute Arbeitsatmosphäre, Work-Life-Balance und berufliche Sicherheit.

Darüber hinaus ist für uns ein anderer Faktor wichtig. Wir freuen uns, dazu den Artikel von fowid, der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, hier auf humanismus.at teilen zu dürfen. Danke an Dr. Carsten Frerk für die wie immer gute Zusammenarbeit und die klare, zugängliche Aufbereitung der Ergebnisse.

Für alle, die sich für gesellschaftlichen Wandel und eine humanistische Perspektive interessieren, ist das eine spannende Lektüre.


Fowid-Notiz:
Auch in der Jugend-Studie vom Januar/Februar 2025 bestätigt sich der Trend, dass die jüngeren Erwachsenen nicht mehr als religiös anzusehen sind. 57 Prozent glauben nicht mehr an einen persönlichen Gott. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2022, mit 51 Prozent.

Grundsätzlich ist es bei den Jüngeren ein knappes Drittel und bei den Älteren nur noch ein Viertel, das angibt, dass ihnen religiöser Glaube Halt in schwierigen Zeiten gibt.

Die JugendTrend Studie 2025 (Simon Schnetzer, Kilian Hampel, Klaus Hurrelmann: „Zukunft made in Germany – besorgt, doch nicht hoffnungslos”, Datajockey, Kempten”, 2025) widmet sich der persönlichen und gesellschaftlichen Zufriedenheit bei der Generation der 14-29-Jährigen.

Die junge Generation in Deutschland steht unter enormem Druck, und bleibt dennoch bemerkenswert hoffnungsvoll. Das ist die zentrale Botschaft der achten Trendstudie.

Darüber wurde in mehreren Medien bereits ausführlich berichtet, u. a. im SPIEGEL, der Tagesschau, im WDR und durch das ZDF.

Zur Untersuchung gehörten auch die Orientierungen im Bereich der Religion, über die im Kapitel Glaube kann Halt bitten, aber immer weniger berichtet wird. Dazu heißt es:

„Auch die Frage nach der Art des Glaubens unterstreicht die Tendenzen der schwindenden Bedeutung von Religion und Glauben in der heutigen Bevölkerung. Durchgehend sind es bei den 14- bis 29-Jährigen fast 60 Prozent, die bei der Frage verneinen, ob sie an einen persönlichen Gott glauben. Dieser Wert ist im Vergleich zur Erhebung vor drei Jahren deutlich gestiegen (2022: 51%).

Knapp die Hälfte der Befragten besitzt auch keinen Glauben an eine überirdische Macht. Immerhin ein Drittel (33%) gibt an, dass ihnen der Glauben in schwierigen Zeiten Halt gebe.

Insgesamt, so lässt sich schließen, ist die Bevölkerung in Deutschland sachlich und säkular ausgerichtet.

Religionsgemeinschaften haben es entsprechend schwer, die Mehrheit der Bevölkerung zu erreichen. Allerdings ist bei den Musliminnen und Muslimen der Glaube noch deutlich stärker ausgeprägt. Grundsätzlich ist es bei den Jüngeren ein knappes Drittel und bei den Älteren nur noch ein Viertel, das angibt, dass ihnen religiöser Glaube Halt in schwierigen Zeiten gibt.

Im Vergleich zu 2022 (Jugend in Deutschland, Frühjahr 2022) hat sich der Grad der Säkularisierung verstärkt. Der Anteil der Gottlosen ist von 51 auf 57 Prozent angestiegen.

Die Schlussfolgerung (von 2022) ist geblieben:

Ganz offensichtlich suchen junge Menschen nach einer übergeordneten Sinnorientierung und sind für überirdische, sinnstiftende Angebote zu gewinnen. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass über ein Drittel angeben, nicht richtig zu wissen, was sie glauben sollen. Es sieht aber zurzeit nicht so aus, als dass die existierenden Religionsgemeinschaften in der Lage wären, diese suchende Haltung in der jungen Generation in passender Weise aufzunehmen und ihr gerecht zu werden.

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