Willkommen, Janet Ellis!
Mit einem persönlichen Schreiben hat sich Janet Ellis, die neue Präsidentin von Humanists UK, an die internationale humanistische Gemeinschaft gewandt. Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt sie das Amt und knüpft damit an die erfolgreiche Arbeit ihres Vorgängers Adam Rutherford an. In ihrem Brief beschreibt Ellis ihren persönlichen Zugang zum Humanismus, ihre Motivation für das neue Amt sowie ihre inhaltlichen Schwerpunkte. Sie betont die Bedeutung von Humanismus als Antwort auf gesellschaftliche Verunsicherung und kündigt an, die zentralen Kampagnen von Humanists UK mit Nachdruck weiterzuführen.
Lieber Andreas,
es ist mir eine große Ehre, Dir schreiben zu dürfen und Dir mitzuteilen, dass ich am 1. Januar 2026 das Amt der Präsidentin von Humanists UK übernehmen werde.
Wie viele von euch habe ich in den vergangenen Jahren unseren scheidenden Präsidenten Adam Rutherford von der Seitenlinie aus begeistert unterstützt. Er war genau der Vorkämpfer, den wir gebraucht haben, und ich denke, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass er nur sehr schwer zu ersetzen sein wird. Umso beruhigender ist es, dass er uns nicht ganz verlässt, sondern uns weiterhin als Vizepräsident erhalten bleibt.
Für diejenigen unter euch, die mich noch nicht kennen, ich habe meine berufliche Laufbahn als Schauspielerin begonnen und arbeite heute als Schriftstellerin, am bekanntesten bin ich jedoch wohl durch meine Zeit als Moderatorin von Blue Peter. Damals habe ich die Sendung oft als einen Blick auf eine Welt beschrieben, in der es sich lohnt aufzuwachsen. Jahrzehnte später habe ich erkannt, dass genau so mein Gefühl gegenüber dem Humanismus ist.
Humanists UK zu finden fühlte sich für mich an wie ein Nachhausekommen. Lange Zeit wusste ich, was ich fühlte, dass dieses Leben das einzige ist, das wir haben, und dass wir es sinnvoll gestalten müssen, aber ich wusste nicht, dass es dafür einen Namen gibt. Zu erkennen, dass ich mit diesen Gedanken nicht allein bin und Teil einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bin, die Freundlichkeit, Neugier und Vernunft schätzen, war ein großer Trost.
Deshalb steht das Weiterverbreiten dieser Idee ganz oben auf meiner Agenda als Präsidentin. Ich möchte anderen helfen, dieses Gefühl der Zugehörigkeit ebenfalls zu finden, und die humanistischen Werte weiterzugeben, die für mich und für viele andere ein unverzichtbares Gegengift gegen die wachsende Angst, das Misstrauen und die Entfremdung sind, die wir in unserer Gesellschaft zunehmend erleben. Außerdem werde ich mich mit voller Kraft hinter die wichtigen Kampagnen stellen, die Humanists UK vorantreibt, von unserem Einsatz für ein mitfühlendes Gesetz zur assistierten Selbsttötung bis zu unserem Widerstand gegen diskriminierende konfessionelle Schulen.
Mein verstorbener Mann pflegte zu sagen, dass wir, weil wir nur dieses eine Leben haben, die Pflicht haben, den besten Wein zu trinken und alle guten Kerzen anzuzünden. Diesen Geist möchte ich in meine Präsidentschaft einbringen. Wir leben in unruhigen Zeiten, doch ich bin überzeugt, dass wir ihnen gemeinsam mit Hoffnung und Menschlichkeit begegnen können.
Ich kann es kaum erwarten, zu beginnen. Meine erste offizielle Veranstaltung wird die Moderation der Darwin-Day-Lecture mit Professor Matthew Cobb am 12. Februar sein, und ich hoffe, viele von euch dort oder in den kommenden Monaten persönlich kennenzulernen. Bis dahin wünsche ich euch eine erholsame Zeit und ein gutes neues Jahr.
Herzlich

Janet Ellis
künftige Präsidentin von Humanists UK
Liebe Janet,
die österreichischen Humanist:innen heißen Dich herzlich willkommen in Deiner neuen Rolle.
Auch hier gibt es viele Gleichgesinnte, die Humanismus als gelebte Haltung und nicht als Angriff gegen andersdenkende Menschen verstehen, getragen von Vernunft, Mitgefühl und Verantwortung.
Wir wünschen Dir für Deine kommende Amtszeit alles Gute, Kraft und Weitblick und freuen uns auf eine vertrauensvolle, konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft.
Andreas Gradert
Humanistischer Verband Österreich, Sprecher

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