Zwangsgeburten im Namen Gottes
Nur kurz heute, ich bin wirklich sauer und erschüttert…
Wie religiöser Fanatismus Menschenrechte zerstört
Was in den USA passiert, besonders in Louisiana, ist ein Schlag ins Gesicht für jede:n, der an Menschenwürde glaubt. Eine schwangere Frau mit einem schwer kranken Fötus wird gezwungen, das Kind auszutragen, obwohl klar ist, dass es vielleicht nicht überlebt, nicht sehen kann, nicht gehen kann. Das ist kein Schutz des Lebens, das ist ein Akt der Grausamkeit. Und das alles passiert im Namen eines Gottes, den niemand sehen oder befragen kann.
Welche Menschenrechte werden dabei verletzt?
- Das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person
Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Die körperliche und seelische Gesundheit der Frau wird bewusst gefährdet, indem ihr das Recht verwehrt wird, eine medizinisch notwendige Entscheidung zu treffen. Das ist keine Lebensrettung, sondern eine gewaltsame Einschränkung ihrer Freiheit und Sicherheit. - Das Recht auf Schutz vor unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung
Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)
Eine Frau monatelang zu zwingen, ein schwer krankes Kind auszutragen, das kaum überlebensfähig ist, ist unmenschlich. Es ist seelische Grausamkeit, verordnet durch den Staat, kein Akt des Schutzes, sondern der Unterdrückung. - Das Recht auf Privatleben und persönliche Selbstbestimmung
Artikel 12 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte,
Artikel 8 der EMRK
Die Entscheidung, eine Schwangerschaft fortzusetzen oder nicht, ist zutiefst persönlich. Der Staat, der sich hier in das Leben der Frau einmischt, verletzt ihr Recht auf Privatsphäre und Autonomie. - Das Recht auf angemessene medizinische Versorgung
Artikel 25 Absatz 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Jeder Mensch hat das Recht auf Gesundheitsversorgung. Dieses Recht wird ausgehöhlt, wenn Ärzt:innen aus Angst vor Strafverfolgung nicht helfen dürfen. Der Staat macht sich mitschuldig an Leid und Risiko, wenn medizinisch gebotene Eingriffe verhindert werden.
Wer so etwas beschließt, handelt nicht aus Moral, sondern aus Machtgier, Ignoranz und Menschenverachtung.
Diejenigen, die Gesetze wie in Louisiana schreiben, beschließen und durchsetzen, sind keine Lebensschützer:innen. Sie sind autoritäre Fanatiker:innen, die unter dem Deckmantel der Frömmigkeit Frauen entrechten, Leid verordnen und medizinische Fakten ignorieren. Sie verachten Selbstbestimmung und zwingen Schwangere in ein religiöses Korsett aus Angst, Kontrolle und Schmerz. Wer das absichtlich tut, verletzt nicht nur Menschenrechte, sondern auch jeden Funken Anstand.
Diese Leute sind keine Verteidiger:innen des Lebens, sie sind Verteidiger:innen eines brutalen Systems, das Frauen zu Objekten macht. Wer einen Fötus mit schwerster Hirnschädigung mehr schützt als die Frau, die ihn austrägt, ist kein:e Christ:in, sondern ein:e Zyniker:in mit Bibel in der Faust und Blindheit im Hirn.
Was hier betrieben wird, ist religiöser Fundamentalismus, getarnt als Gesetzgebung. Eine Mischung aus Dogmatismus und Inkompetenz, die Menschenwürde nur kennt, solange sie ins eigene Weltbild passt. Das ist keine Ethik, das ist Heuchelei, Machtmissbrauch und ein Frontalangriff auf die Aufklärung.
Und wer schweigt oder „beide Seiten“ sehen will, macht sich mitschuldig. Es gibt keine zwei Seiten, wenn Menschenwürde auf dem Altar religiöser Macht geopfert wird.
Wer schreit mit? Ein Aufschrei ist nötig.
Was hier geschieht, ist die Unterwerfung von Menschen unter eine radikale, religiöse Moral. Frauenkörper werden wie Gebärmaschinen behandelt, ihr Leid wird ignoriert. Für Humanist:innen ist klar: Hier geht es nicht um den Schutz des Lebens, sondern um Kontrolle, Macht und Einschüchterung. Und das dürfen wir nicht hinnehmen. Wer Menschenwürde ernst nimmt, muss sich dagegen stellen, laut, klar und ohne Kompromisse.
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